Unfallversicherung

UNFALLVERSICHERUNG

Im Berichtsjahr hat sich die Kantonale Unfallversicherung (KUV) unter anderem der Prävention gewidmet. Da viele Unfälle durch Stolpern und Stürze entstehen, führte sie die Workshops zur Prävention gegen Stolper- und Sturzunfälle weiter. Ebenfalls investierte sie in die Vorsorge gegen Zeckenbisse und deren Folgen. Bereits 2018 beteiligte sich die KUV an den Kosten für Sicherheitswesten für Kindergartenkinder im Kanton Aargau. Auch 2019 war es der KUV ein Anliegen, dass die jüngsten Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer gut sichtbar sind.

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Obligatorische Unfallversicherung nach UVG

Die Versicherungsleistungen der obligatorischen Unfallversicherung nach UVG werden in Kurz- und Langfristleistungen eingeteilt. Unter Kurzfristleistungen werden die Heilungskosten, wie Arzt- und Spitalrechnungen, sowie die Taggeldleistungen zusammengefasst. Rentenzahlungen werden in den Langfristleistungen ausgewiesen.

Bei der KUV waren im Berichtsjahr 20 Institutionen versichert (2018: 21). Diese generierten Prämieneinnahmen in der Höhe von CHF 20.38 Mio. (2018: CHF 20.5 Mio.).

Der KUV sind im Berichtsjahr 997 Berufsunfälle (2018: 1’008) und 3’203 Nichtberufsunfälle (2018: 3’205) gemeldet worden. Es wurden gesamthaft CHF 18 Mio. an Versicherungsleistungen erbracht (2018: CHF 20 Mio.). In dieser Summe sind auch Leistungen für Unfälle enthalten, die sich vor dem Berichtsjahr ereignet haben, jedoch Leistungen im Berichtsjahr zur Folge hatten.

Im Bereich der Berufsunfälle fallen die Schnitt- und Stichverletzungen auf. Diese haben im Vergleich zum Vorjahr um 30 Schadenfälle zugenommen. Daher wurde mit den drei Vertragsnehmenden, die in diesem Bereich die meisten Schadenfälle verzeichneten, ein gemeinsames Treffen vereinbart. Das Treffen findet im Frühling 2020 statt. Ziel des Gesprächs ist, konkrete Präventionsmassnahmen zu bestimmen.

Im Bereich der Nichtberufsunfälle haben Stolper- und Sturzunfälle um total 60 Schadenfälle zugenommen. Auch Unfälle in der Kategorie «Haus und Garten» haben zugenommen, und zwar um 30 Fälle. Daher ist die Durchführung der bereits im Vorjahr angebotenen Workshops zur Prävention gegen Stolper- und Sturzunfälle, die in Kooperation mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung durchgeführt werden, auch zukünftig wichtig.

Schülerunfallversicherung

Alle Schülerinnen und Schüler des Kantons Aargau müssen gegen Unfälle versichert sein, die im Rahmen des Schulbetriebs wie auch auf dem Schulweg passieren. Durch die Schülerunfallversicherung werden Kosten gedeckt, welche die obligatorische Krankenpflegeversicherung und allenfalls eine Zusatzversicherung nach dem Versicherungsvertragsgesetz nicht übernehmen. Ebenfalls ist das Risiko eines Todesfalls oder einer Invalidität im Rahmen einer Kapitalversicherung versichert.

Die Gemeinden sind frei in der Wahl des Versicherungsanbieters. Die AGV bietet die Schülerunfallversicherung für eine Prämie von CHF 3.00 pro Schülerin / Schüler und Jahr an. Andere Marktteilnehmer verlangen für dasselbe Produkt im Durchschnitt eine Prämie von CHF 5.00. Bei der AGV sind 122 Verträge platziert, um dieses Risiko abzudecken. Bei rund 308 Schulen im Kanton verfügt die AGV in diesem Segment somit über einen Marktanteil von rund 40 Prozent.

Das Gesamttotal der Prämieneinnahmen im Berichtsjahr betrug CHF 168’395.00 (2018: CHF 162’246.00). Total sind 56’846 Schülerinnen und Schüler bei der AGV gegen das Risiko eines Schulunfalls versichert (2018: 54’082).

In der Schulunfallversicherung verzeichnete die AGV im Berichtsjahr 20 Schadenfälle (2018: 23). Darunter befand sich leider auch ein Todesfall.

Pensioniertenunfallversicherung

Pensionierte Kantonsangestellte haben die Möglichkeit, bei der AGV eine Pensioniertenunfallversicherung abzuschliessen. Es handelt sich hierbei um eine Ergänzungsversicherung zur obligatorischen Krankenpflegeversicherung. Die Leistungen sind pro Schadenfall auf CHF 15’000.00 limitiert. 903 Personen besitzen eine solche Police bei der AGV (2018: 889). Die Jahresprämie beträgt CHF 96.00 pro Jahr (2018: CHF 96.00). Das Prämienvolumen betrug 2019 CHF 86’688.00 (2018: CHF 85’344.00). Im Berichtsjahr wurden der KUV 25 Schadenfälle gemeldet (2018: 29), die mit einer Gesamtschadensumme von CHF 16’207.00 zu Buche schlugen (2018: CHF 31’468.00).

Renten

Die AGV hatte im Berichtsjahr 114 aktive Rentenfälle (2018: 118) mit einem jährlichen Rentenbetrag von CHF 3.58 Mio. (2018: CHF 3.67 Mio.). Die Zinssätze betrugen in der Vergangenheit je nach Berentungsjahr 2 Prozent oder 2.75 Prozent . Per 1. Januar 2020 wird der technische Zinssatz für die Berechnung der Kapitalwerte einheitlich auf 1.5 Prozent gesenkt. Aus diesem Grund benötigt die KUV für die Ausfinanzierung der 114 Renten ein zusätzliches Kapital von CHF 10.3 Mio. Dieses wird per 31. Dezember 2019 finanztechnisch reserviert.

Case-Management

Das Case-Management der AGV begleitet Personen nach einem schweren Unfall oder bei bleibenden Einschränkungen auf dem Weg der Wiedereingliederung oder der Umschulung. Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Arbeitgebenden, der IV-Stelle und den involvierten Ärztinnen und Ärzten. Im Berichtsjahr hat das Case-Management 32 neue Fälle übernommen (2018: 101). Per Ende 2019 waren total 189 Fälle durch die Case-Managerinnen der AGV zu betreuen.

Regress

Bei Schadenfällen mit involvierten haftpflichtigen Dritten wurden im Berichtsjahr insgesamt CHF 1.30 Mio. als Regresseinnahmen verbucht (2018: CHF 1.04 Mio.).

Prävention

Ein Drittel aller Taggeldzahlungen entfällt auf die Unfallursache «Stolpern und Stürze». Die im Jahr 2017 erstmals durch die KUV durchgeführten Workshops zu diesem Thema wurden im Jahr 2018 in Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung wiederholt. Aufgrund der steigenden Anzahl von Stolper- und Sturzunfällen werden diese Workshops den Versicherten weiterhin angeboten.

Aufgrund der vielen Zeckenbisse in den Jahren 2017 und 2018 hat sich die AGV im Rahmen eines Pilotprojekts massgeblich an den Kosten für eine Zeckenimpfung der Mitarbeitenden eines Versicherungsnehmers beteiligt. Die Resonanz war positiv, und das Angebot wurde rege genutzt. Die Anzahl Schadenfälle bei diesem Versicherungsnehmer hat sich reduziert. Das Pilotprojekt konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Die AGV beteiligt sich daher weiterhin an den Kosten der Zeckenimpfungen für diesen Versicherungsnehmer.

Wie schon im Jahr 2018 hat sich die AGV, in Kooperation mit dem Touring Club Schweiz und der Regionalpolizei Aargau, auch im Jahr 2019 mit 50 Prozent an der Finanzierung der Leuchtwesten für alle Kindergartenkinder im Kanton Aargau beteiligt. Der Strassenverkehr hat in den letzten 25 Jahren um ein Vielfaches zugenommen, und damit steigt auch das Sicherheitsbedürfnis für unsere jüngsten Verkehrsteilnehmerinnen und –teilnehmer. Die Westen sind mit vielen Reflektoren versehen und einfach anzuziehen. Durch diese Sicherheitsweste wird die Sichtbarkeit der Kinder massiv erhöht, was in der Folge zu weniger Unfällen führt.

Leuchtwesten für Kindergartenkinder

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